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  • Veröffentlicht am: 28.02.2025

Mit AWS und MHP in 90 Tagen zum Erfolg

Von einer lokal betriebenen Proof-of-Concept-Anwendung (PoC) zu einem skalierbaren Cloud Service. Adrian Grünther, Senior Consultant Artificial Intelligence (AI): „Gemeinsam mit Porsche haben wir mithilfe des AWS Well-Architected Frameworks einen Shift to Cloud in der Beschaffung bei Porsche realisiert, das datengetriebene Prozesse beschleunigt und die Arbeit des Beschaffers enorm erleichtert.“

Wie skalierbare, sichere und zukunftsorientierte Cloud-Anwendungen entstehen

In vielen Unternehmen scheitern IT-Projekte an unrealistischen Zeitvorgaben, mangelnder Abstimmung oder einem unscharfen Zielbild. Die Herausforderungen in IT-Security und Compliance erfordern eine sorgfältige Berücksichtigung, denn die Nichtbeachtung kann den Go-live bereits validierter Konzepte in die produktive Nutzung gefährden – die „Proof-of-Concept Falle“.

Trotz hoher Anforderungen konnte das Projekt erfolgreich und zeitgerecht abgeschlossen werden. Das lag unter anderem an einem von MHP entwickelten Plan sowie der effizienten Nutzung des Well-Architected Frameworks von AWS, das Best-Practice-Leitlinien für sichere und leistungsfähige Cloud-Architekturen bietet. Entscheidend war auch der aktive Knowledge-Transfer, den MHP maßgeblich unterstützt hat. So konnten gewonnene Erkenntnisse nachhaltig im Team bei Porsche integriert und weitere Initiativen ermöglicht werden.

Ausgangssituation war eine auf lokalen Endgeräten betriebene Python-Lösung zur detaillierten Analyse und Optimierung von Beschaffungsvorgängen. Mitarbeitende verglichen eine Vielzahl von Excel-Tabellen händisch. Dabei mussten Datenpunkte aus verschiedenen Dateien aufwändig in neue Dokumente überführt werden. Das war fehleranfällig und wenig transparent. Datengetriebene Entscheidungen konnten so nicht schnell getroffen werden. Deshalb war das Ziel bei Porsche, die Prozesse mithilfe der Cloud zu vereinfachen.  

Das Well-Architected Framework von AWS bot hierbei den passenden Ansatz: Zuerst wurde in einer PoC-Implementierung der Analyseprozess in der Beschaffung deutlich vereinfacht. Der Code konnte aus den Excel-Tabellen in eine Python-basierte Lösung überführt werden und die ersten Ergebnisse des neuen Ansatzes überzeugten schnell.

Die Schwierigkeit war nun, das Konzept für alle Kolleginnen und Kollegen verfügbar zu machen, da die Anwendung nur auf einem einzelnen Laptop lauffähig war. Fehlendes zentrales Hosting, hohe manuelle Aufwände und ein signifikantes Fehlerrisiko prägten das Bild. Die Vorgabe lautete, den PoC im Zuge eines konsequenten Shift to Cloud in 90 Tagen fit für den produktiven Einsatz zu machen – und zwar so, dass er als hochverfügbare, containerbasierte Anwendung skaliert, sicher läuft und künftige KI-Anwendungen ermöglicht. Das alles mit dem Ziel die Arbeit des Beschaffers in der Analyse und Optimierung von Beschaffungsvorgängen zu optimieren, bessere Verhandlungsergebnisse zu erzielen und Effizienzen zu heben.

Vom Laptop-Skript zur Cloud-Revolution: So gelang der Shift to Cloud in Rekordzeit

Adrian Grünther: „Unser Ziel war neben einer schnellen Implementierung, die Abstimmung der fundierten Methodik mit einer innovativen Technologie sowie die enge Verzahnung von Fachbereich und IT.“

Die Lösung sollte sämtliche Anforderungen der sechs zentralen Säulen standhalten: Operational Excellence, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Performance, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit. MHP nutzte das Framework als Kompass, der alle Projektbeteiligten auf dieselben Prinzipien einschwor und verhinderte, dass in der engen Zeitlinie wichtige Details untergehen.

Security-by-Design nach dem Well-Architected-Ansatz

So rückte zunächst das Thema Sicherheit in den Vordergrund, um jeden Upload-Prozess von Excel-Dateien absolut verlässlich zu gestalten. Ein durchdachtes Rollen- und Berechtigungsmodell legte fest, wer Zugriff auf die Daten hat und wie jede Aktion lückenlos aufgezeichnet wird. Security-by-Design nach dem Well-Architected-Ansatz bedeutete auch, dass sämtliche Daten verschlüsselt, eventuelle Schwachstellen systematisch identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen definiert wurden.

Parallel dazu stellte das Projektteam sicher, dass Requirement- und Konfigurationsänderungen beim Shift to Cloud kontrolliert und geordnet integriert werden. Durch die konsequente Einbettung von DevOps-Praktiken in den Well-Architected-Ansatz konnte jede Code-Änderung rasch in einer automatisierten Pipeline getestet und in die neuen Umgebungen ausgerollt werden. Dieser kontinuierliche Deployment-Prozess sicherte die geforderte Operational Excellence, denn Fehler wurden umgehend erkannt und behoben, bevor sie sich im Produktivbetrieb auswirken konnten.

Bedarfsgerechte Skalierung

Gleichzeitig legte das Team Wert auf Zuverlässigkeit und Performance Efficiency. Mithilfe einer containerbasierten Architektur war es möglich, die Python-Anwendung bedarfsgerecht zu skalieren. Steigt beispielsweise die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer, werden zusätzliche Container automatisch bereitgestellt. Sinkt die Auslastung, wird die benötigte Ressourcenmenge wieder reduziert. Dieses dynamische, am Well-Architected Framework ausgerichtete Konzept verhindert teure Überkapazitäten und garantiert eine hohe Verfügbarkeit selbst bei Lastspitzen. Unterstützt wurde das Ganze durch eine strukturierte Überwachung via Cloud-Monitoring und durch Alarme bei auftretenden Engpässen, sodass das Projektteam jederzeit rechtzeitig eingreifen konnte.

Kostengünstige und nach Bedarf orientierte Skalierung

Der Aspekt der Kosteneffizienz war ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Dank des Pay-per-Use-Modells im Cloud-Betrieb werden nur die tatsächlich genutzten Ressourcen gezahlt. Kombiniert mit der Fähigkeit zur automatischen Skalierung war sichergestellt, dass das System sowohl unter hoher Last kostengünstig skaliert als auch in Zeiten geringerer Auslastung keinen unnötigen Mehraufwand erzeugt. Dieser Fokus auf Kosteneffizienz ist ebenfalls Teil des Well-Architected Frameworks und prägte nicht nur die technische Architektur, sondern auch die Art und Weise, wie die Projektplanung aufgebaut wurde.

Agiles Produktteam in enger Zusammenarbeit

Unter diesen Voraussetzungen stellte sich das Team erfolgreich auf die neuen Anforderungen ein und holte kontinuierlich Feedback von den Beschaffern ein. Die traditionellen Grenzen zwischen Fachbereich und IT wurden bewusst aufgehoben, was zu einer engen und effektiven Zusammenarbeit führte. Trotz des hohen Zeitdrucks stiegen sowohl die Nutzerakzeptanz als auch die technische Stabilität.

Knowledge-Transfer & Enablement

Das Team bei Porsche wurde in allen Phasen eng einbezogen, um ein effektives Team-Enablement sicherzustellen. Neben einer engen Abstimmung bei der Planung der User Stories wurde auch auf technischer Ebene ein aktives Knowledge Management im Team durchgeführt. Hierfür wurden zwei wesentliche Ansätze verfolgt: Erstens haben wir Pair Programming eingesetzt, bei dem Teammitglieder gemeinsam an Code arbeiten und ihr Wissen direkt austauschen. Zweitens wurden Code Reviews implementiert, um sicherzustellen, dass alle von den Erkenntnissen ihrer Kollegen profitieren. Regelmäßige Workshops und Feedback-Sessions förderten den Austausch von Best Practices.

Projektziele voll erfüllt: sicher, skalierbar, leistungsfähig und kostenoptimiert

Bernhard Rack, Product Manager im Bereich Controlling & Unternehmensreporting bei Porsche: „Unsere gemeinsame Journey – den Sprung von einem lokalisierten Proof of Concept zu einer hochverfügbaren, KI-fähigen Cloud-Anwendung zu vollziehen – ist dem Knowledge-Transfer zu verdanken, den MHP aktiv unterstützt hat. Der Knowledge-Transfer hilft uns, Insights und Learnings weiter in die Organisation zu tragen, was sich positiv auf Teile unserer Transformation auszahlt.“

Nach genau 90 Tagen wurde die Cloud-Lösung erfolgreich produktiv geschaltet. Dort, wo vorher eine lokal betriebene Python-Anwendung auf einem einzelnen Laptop in Betrieb war, steht nun eine moderne, containerisierte Plattform zur Verfügung. Die neue Lösung verarbeitet hochgeladene Excel-Dateien in der Beschaffung in kürzester Zeit, skaliert automatisch nach Bedarf und weist gegenüber dem manuellen Vorgehen gleich mehrere Vorteile auf: Geschwindigkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.

Das Projekt zeigt aus Business-Perspektive eindrucksvoll, wie aus einem lokal begrenzten Proof of Concept eine skalierbare, sichere und zukunftsorientierte Cloud-Anwendung entsteht. Statt nur einem einzigen Mitarbeiter stehen die Analysen nun allen autorisierten Beschaffern zur Verfügung, was den Nutzen für das Unternehmen maßgeblich erhöht. Durch die automatisierte, containerbasierte Verarbeitung der Excel-Dateien in der Cloud ist Porsche im Vergleich zu vorher flexibler und schneller in der Analyse und Optimierung von Beschaffungsvorgängen, was sich positiv auf die Vorbereitung von Verhandlungen auswirkt.

Zudem entfallen Kapazitätsengpässe, da das System Lastspitzen mittels zusätzlicher Container einfach auffangen kann. Dank des AWS Well-Architected Framework, das alle sechs Kernbereiche von Sicherheit bis Kosteneffizienz abdeckt, entstehen hohe Sicherheits- und Leistungsstandards, während nur die tatsächlich benötigten Ressourcen bezahlt werden. Die Verlagerung der Anwendung in die Cloud ermöglicht eine nahtlose KI-Integration durch Bereitstellung skalierbarer Rechenleistung, Zugriff auf Cloud-native KI-Dienste und zentralisierte Daten für Modelltraining und Echtzeitverarbeitung. Damit erhält Porsche eine stabile Plattform, um datengetriebene Prozesse voranzutreiben und weitere Innovationspotenziale in der Beschaffung zu erschließen. Die enge Verzahnung zwischen Fachbereich und IT, die iterative Vorgehensweise und das stringente Einhalten der Well-Architected-Grundsätze sind Erfolgsfaktoren, die auf viele weitere Initiativen übertragbar sind. Diese Success Story verdeutlicht eindrucksvoll, welches Potenzial realisierbar ist., wenn fundierte Methodik und innovative Technologie aufeinander abgestimmt sind – ein kleiner PoC verwandelt sich in kürzester Zeit in eine tragfähige, produktionsreife Lösung, die Unternehmen wie Porsche nachhaltig voranbringt.